16. März war der Tag, als wir unser Wirtshaus von heute auf morgen schließen mussten. Von einer Regierung verordnet. Zwangspause. Gesundheit geht vor. Wir dachten, nach gut 3 Wochen wäre der Spuck vorbei… Gelähmt von den ersten Verstands-Reaktionen, was das für uns sowohl im Positiven als auch im Negativen bedeutet, mussten wichtige Entscheidungen getroffen werden, was den Fortbestand unseres Wirtshauses sichert. Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Der Dank in dieser Anfangszeit geht zu vollen Teilen an unsere Mitarbeiter. Mit weniger Druck und ohne bürokratische Irrwege, die leider am Ende der Durststrecke sogar unbelohnt bleiben, können wir bei einem vernünftigen, möglichst unbeschwerten Neustart handlungsfähig bleiben. Das dieser weder planbar noch kalkulierbar werden würde, war von Anfang an klar.

Lange habe ich nicht gewusst, wie ich mit dem Ganzen umgehen soll. Neue Gesetze, von Angst getränkte Prognosen, Verbote und schlimme Aussichten prallten ungebremst auf einen ein. Es ließ nicht lange auf sich warten, und verschiedene Meinungen mit unterschiedlichen Theorien machten das Chaos perfekt. Zu dem kam noch ein Überfluss an frei einteilbarer Zeit, für Gastronomen etwas ganz Außergewöhnliches. Was tun bei all der Überforderung? Kurzum: Nachrichten minimieren, putzen, zusammen räumen, sortieren, entrümpeln, was man halt in so einen großen Wirtshaus alles machen kann 😉 Herrlich für Körper, Geist und Seele. Erkenntnis am Ende? Komplette Machtlosigkeit im Äußeren. Ein Gefühl, mit dem man relativ gut umgehen lernen kann, wenn man die Ruhe im Inneren entdeckt. Dann kam die überraschende, kurzfristige Botschaft, dass Essensabholungen erlaubt sind. Ein Lichtstreif am Horizont, eine Perspektive, obwohl das Gefühl, ein Spielball von Entscheidungsträgern zu sein, nicht ganz unbegründet scheint.

Dieser Virus macht, dank vieler Maßnahmen, die wenigsten krank, doch infisziert es unser gesamtes Leben. Als Eltern und in der Familie wird einem klar, wie viel Zeit man miteinander verbringen kann und was diese für einen wert ist. Als freier Bürger wird einem plötzlich bewusst, wie sehr ein Staat auf Freiheit, Selbstbestimmtheit sowie auf soziale Kontakte sowohl in der Familie als auch im Freundes- und Bekanntenkreis plötzlich Einfluss nehmen kann. Als Mensch in der Wirtschaft wird einem klar, dass der Handlungsspielraum, in dem man sich bewegt, sehr viel unsicherer und abhängiger ist, als man es sich vorstellen mag. Und was macht es mit einem selbst? Jeder empfindet anders. Jeder fühlt anders, denkt anders und hat unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Wir haben die Komfortzone verlassen, angeblich der beste Nährboden, seinen Horizont zu erweitern…

Es ist Zeit, nochmals Danke an Alle zu sagen, die das Angebot, Essen abzuholen, so zahlreich angenommen haben. Durch Euren Beitrag sind wir zuversichtlich, auch die kommenden Wochen, die für uns wirtschaftlich sicher die spannendsten werden, zu schaffen. Herzlichen Dank für Euer Kommen, Euer Zuhören, Eure Bereitschaft, uns und die daraus resultierende Wertschöpfung in der Region zu unterstützen. Wir melden uns am 15. Mai zurück. Wir lassen uns keine Angst einjagen, und doch werden wir alle Vorkehrungen treffen, die nötig sind. Wir freuen uns auf Euch!

P.S.: Beitrag zum „Restart“ wird kommen, wir lassen uns was einfallen und bedanken uns jetzt schon für Eure Unterstützung und Reservierung 🤗

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