wo´s herkommt, also unsere Lebensmittel, ist größer als je zuvor. Verständlich, sind doch faire Bedingungen für Mensch und Tier sowie ökonomische und nachhaltige Betriebsprozesse ein wichtiger Beitrag für unser allgemeines Wohl. Doch sind regional und saisonal auch im betrieblichen Alltag praktikabel? Das Leben ist kein Ponyhof. Spätestens wenn Fakten wie Angebot, Preis und Nachfrage aufeinander treffen, wird´s spannend.

Folgende drei Szenarien aus unserem kleinen „Wirtshaus-Mikrokosmos“:

  • Unsere heimischen Fische beziehen wir seit 3 Monaten ausschließlich von Roland Hadeyer aus Vestenthal. 100% lieferfähig das ganze Jahr, Top Preis/Leistung, unkomplizierte Bestellung & Lieferung, das Optimum für uns als Wirtshaus und für den Kunden in punkto Transparenz.
  • Seit 2 Wochen sind wir in Kooperation mit dem Gemüse – Biohof von Romana und Mario Kronsteiner in Haidershofen. Grundsätzlich bieten sie Ab-Hof Gemüse-Kistl an, beliefern nicht die Gastro. Wie es die Natur oft mit sich bringt, unterliegt das Ernten Schwankungen. Wenn also „Überschuss – Mengen“ entstehen, kommen wir ins Spiel und ersetzen die Ware des Großhändlers mit ihren Gemüse-Raritäten. In dieser Woche waren es wieder knackige Blattsalate, die in ihrer Diversität und Frische herausragend waren, Spitzkraut und surrealer Brokkoli. Das Absprechen und Kompensieren erfordert hier schon mehr Zeit, ist aber jeden Aufwand wert.
  • Eierschwammerl sind ab jetzt auf der Tageskarte, und manche fragen sich, wo den die jetzt so wachsen… na im Wald natürlich! Spaß beiseite, natürlich kommen sie aus den Wäldern unserer Nachbarländer. Dort wachsen sie je nach Wetterlage nicht nur zeitiger, sondern werden auch nach Größe sortiert. Die Lieferfähigkeit unseres Gemüsehändlers ist lückenlos gegeben, was uns das Planen auf der Speisenkarte ermöglicht. Bedenken bezüglich Facharbeiter von anderen Ländern braucht man nicht haben, gebe es ohne Erntehelfer aus dem Osten weder Spargel, Erdbeeren, Wein noch sämtliches anderes Gemüse.

Lebensmittel sind Vertrauenssache, der Markt ist komplexer, als man denkt und doch muss man die Kirche auch mal wieder im Dorf lassen. Kenntlichmachungspflicht? Ja bitte, für alle. Egal ob Produzent, Verarbeiter oder Händler. Nur so schafft man Bewusstsein für die große Dimension des Nahrungsmittel-Marktes.

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