Mein? Dein? Unser!

Die Worte “mein”, “dein” und “unser” sind nicht nur bei jedem Menschen emotional verschieden verankert, sondern auch im gemeinschaftlichem Kollektiv unterschiedlich behaftet. Grundsätzlich deutet alles auf Besitz hin, soweit man diesen überhaupt als wichtig erachtet.
Kinder leben es uns vor, “mein” – besitzergreifend, nicht teilen-wollend und ich bezogen.
“Dein” – wie schön, wenn man etwas als “dein´ Kaffee” bezeichnen kann, vor allem wenn sich die Suppe als trübe, wässrig und ungenießbar erweist.
Mit “unser” sieht´s da schon besser aus, ist dieses Possessivpronomen alleine durch das religiöse Gebet in unseren Breiten positiv behaftet.
Ich als geborenes Einzelkind von diesen Begriffen mehr traumatisiert als gestärkt, fühlte mich bei der Titel-Wahl unseres frisch veröffentlichen Kochbuches “Meine Wirtshausküche” doch etwas verunsichert. Mir “Raum” zu geben, liegt nicht unbedingt in meinem Naturell…

“Unser” Kochbuch aus der Wirtshauskuchl, welches ” “Meine” Wirtshausküche” heißt, soll keinesfalls in irgend einer Weise Besitzverhältnisse abklären. Den diese sind im Wirtshaus genauso wie bei jedem Einzelnen zu Hause viel komplexer, als man glauben mag.

Die gesamten Ideen und Gedanken in “Meine Wirtshausküche” konnte ich unverfälscht authentisch in Text, Aufbau und mit vielen Rezepte inkl. aller Tipps und Fotos (Foodstyling, Umsetzung der Fotos von meiner langjährigen Freundin Dani, DANKE!) verwirklichen. An dieser Stelle gilt es DANKE zu sagen an den Ennsthaler Verlag für diesen Freiraum und das entgegen gebrachte Vertrauen. Und ich gestehe, darauf möchte ich auch ein klein wenig stolz sein, ergreift man so eine wunderbare Gelegenheit für ein so abwechslungsreiches Projekt nicht jeden Tag. Doch ohne unser Wirtshaus mit all seinen schönen Facetten aber auch Herausforderungen gäbe es keine Inspirationsquelle. Dieses funktioniert nur in einer Symbiose: Familie – Mitarbeiter – Gäste, hierzu muss man nicht ins Detail gehen, spürt man doch sofort, wenn´s wo besser funktioniert.

Ohne ich und du kein wir und somit kein unser.
Verständnis, Empathie und etwas Raum fürs Sein,
so könnt das Leben noch viel Schöner sein.

***In Gedanken bei den vielen Menschen,
denen das Glück einer friedlicher Heimat verwehrt bleibt.***


Weitere Infos zu “Meine Wirtshausküche” gibt´s HIER.

Große Angst

oder Nervosität hatte ich interessanter Weise bei den Aufzeichnungen von “Silvia kocht” noch nie. Seltsam, fragen sich Manche. Ganz ehrlich: beim ersten Dreh ging ich nicht davon aus, dass ich nochmal gefragt werden würde. Außerdem empfand ich die Verantwortlichen für ganz schön mutig, jemand Unerfahrenen einen ganzen Tag einem Produktionsteam zuzumuten 😉 Unbeschwert und euphorisch nach dem Motto “Nix zu verlieren”. Geholfen hat mir sicherlich, dass ich bei den Kochabenden auf “Rabenlehen” schon mit vielen netten Menschen kochen durfte, dabei natürlich auf die Finger geschaut wird und ein gewisses Zeitmanagement auch immer wichtig ist. So war es einfach, sich in dem großartigen Team mit und um Silvia Schneider richtig familiär aufgehoben zu fühlen.

Doch wer jetzt denkt, dass mich alles bis zum Schluss kalt lässt, der irrt. Auf was ich jedes Mal auf´s Neue nicht vorbereitet bin, ist die Ausstrahlungswoche. Da kommt sie, die Nervosität, das Unbehagen und auch die Unsicherheit. Wie kommt´s an? Gefällt meine ehrliche aber doch sehr basische Kochkunst inkl. meiner Wenigkeit? Zu viel geschminkt? Was Falsches gesagt? Rezept? Sprache? Hilfe?!? Dankbar und glücklich bin ich für das zahlreiche Feedback, die netten Worte und auch dass mir der “Social Media Gott” gnädig gesonnen ist mit den Kommentaren. DANKE an meine Familie, an unsere Mitarbeiter und an Euch, unsere Gäste, die unser gesamtes Wirken und Schaffen rund um dieses Wirtshaus möglich macht. Der Blogbeitrag begann mit sehr viel “ich”, doch dass wäre nichts wert und auch nicht möglich ohne das “wir”.

Und jetzt zu uns, wir starten wieder durch mit neuer Energie in die kommende Jahreszeit: Ab kommenden Donnerstag, den 17. Februar ist unser Wirtshaus nach einem erholsamen Urlaub wieder geöffnet und wir freuen uns, Euch wieder bei uns begrüßen zu dürfen! Donnerstag starten wir mit unserem “Mostviertler Buffet”, Freitag bis Montag gibt´s wieder “á la Carte” und vom 4. bis 28. März ist unser Themenschwerpunkt “Fisch” auf der Saisonkarte. Für einen sicheren Tisch im Wirtshaus empfehlen wir eine Reservierung (v.a. Samstag, Sonntag), freuen uns aber auch über kurzentschlossenen Besuch.

Bis bald, Eure Familie Maderthaner & Team

2022, wir sind bereit

Wie siehts aus, mit den Neujahresvorsätzen, schon alle über Bord geschmissen, steht das “Gemma´s an” erst bevor oder, vielleicht gar beschlossen, sich gar keine zu machen? Wer zum letzteren Team gehört: Großartig, dann bin ich nicht allein! Der fast 7monatige Lockdown 20/21 sowie die neuerlichen Berg/Talfahrten in diesem Winter haben Spuren hinterlassen. Mehrmals und ziemlich intensiv wurden viele geplante familiäre sowie betriebliche Wege durchpflügt. Und eines hat sich letztes Jahr bewahrheitet: Erstens kommt es anders, als man zweitens meistens denkt. Geholfen hat in diesen unbeständigen Monaten, abgesehen von Eurer großartigen persönlichen Unterstützung, das Loslassen von ambitioniert gesetzten Zielen und das Akzeptieren von anderen Gegebenheiten, ob man sie verstehen mag oder nicht. Dabei kommt die “Es ist wie es ist” Mentalität niemals einer Kapitulation gleich, sondern einer Akzeptanz dem Gegenüber, was persönlich geändert werden kann, und was nicht. So findet man wieder herrlich in seine Kraft, vergisst den ganzen Frust und spürt wieder genügend Energie mit dem Fokus auf das, was wirklich für einen selber zählt. Den vermeintlich katastrophal entstandene Flurschäden sind oft auch eines: ein Neuanfang, und diesen muss man ja nun wirklich nicht mit Vorsätzen fremder Ideale verunglimpfen.

Wir hoffen, dass Ihr ein wunderbares Weihnachtsfest im Kreise eurer Liebsten genossen habt, wünschen Euch von ganzem Herzen ein großartiges, gesundes 2022 und hoffen, dass wir auch in diesem Jahr, welches so unberechenbar beginnt, wieder eure Gastgeber sein dürfen.

Möglichst unbeschwert und offen für alles, was kommen mag, starten wir ins Neue Jahr. Es verspricht, wieder sehr abwechslungsreich zu werden 😉 Kulinarisch haben wir wieder Einiges vor, freuen uns auf viele gemütliche Stunden bei uns im Wirtshaus. Der Jahresflyer mit den kulinarischen Highlights ist im Anhang, liegt aber auch zur freien Entnahme bei uns im Wirtshaus auf. Wir sagen DANKE für die bereits gebuchten Feiern und freuen uns natürlich auf neue Anfragen für Eure Feste. Weiteres dürfen wir auch 2022 wieder bei “Silvia kocht” zu Gast sein (KW 6 und 18) uuuuund, mit ganz viel Spannung, erwarten wir im März das erste Kochbuch aus der “Wirtshauskuchl”.

Bis bald, Eure Wirtsleut

Jahresflyer

Vorderseite
Rückseite

Buchvorschau

Vorschau – Ennsthaler Verlag

News on the Blog

Oh, es geht wieder los! Dieser Satz, ach er wirkt schon ein bissl fahl und definitiv nicht mehr neu, er hat einfach an Strahlkraft verloren. Ja, wir betreiben unser Wirtshaus mit sehr viel Herzblut und Leidenschaft und ja, wir freuen uns auch wieder sehr auf Euer Kommen, dass wieder Leben in unsere Stuben einzieht. Es macht uns glücklich, wenn ihr so gerne zu uns kommt. Leider schwebt aber das Damoklesschwert Omikron bedrohlich über der neuerlichen Öffnung und nimmt den kommenden Wochen sämtliche Leichtigkeit, die wir doch in unserer Arbeit so genießen. Es liegt wohl an uns selbst, das Beste daraus zu machen. Das klingt zwar ziemlich banal und ist mit sehr viel Zwangsoptimismus gespickt, doch würde ich es als das “Cortison” unserer aktuellen Situation beschreiben: Es geht aktuell nicht um die Ursachenbekämpfung, sondern um die Linderung der Symptome, was bedeutet: gesellige Stunden, gutes Essen und den Alltag etwas hinter sich lassen!

Das Wichtigste: Aufgsperrt wird! Ab kommendem Freitag, 17. Dezember, ist unser Wirtshaus wieder regulär geöffnet. Das bedeutet: Montag und Freitag von 9 bis 22 Uhr, Donnerstag (Mostviertler Buffet), Samstag und Sonntag von 9 bis 14 Uhr (auslaufend). Es gilt die 2 G Regel, FFP2 Maskenpflicht außer am Tisch, Sperrstunde 23 Uhr. Von unserer Speisenkarte können auch Gerichte zum Abholen bestellt werden. Gutscheine im Weihnachts-Design mit gewünschtem Betrag sind natürlich ebenfalls bei uns erhältlich!

Nächste Woche sind wir wieder im ORF vertreten, welch große Ehre, Freude und Abwechslung für uns! Dienstag, 21.12. werden Kekse gebacken in “Guten Morgen Österreich” auf ORF 2, ab ca. 6.30 und Mittwoch, 22.12. sind wir zu Gast bei “Silvia kocht”, einem Weihnachts-Spezial, ebenfalls ORF 2, 14 Uhr. Beide Sendungen können nach der Erstausstrahlung wieder eine Woche auf der TV-Thek gestreamt werden. Die Rezepte der Kekse aller “Guten Morgen Österreich” – Auftritte sind übrigens alle auf unserer Homepage zusammengefasst!

Vielleicht haben es die ein oder anderen schon gehört: Es wird ein eigenes Kochbuch aus der Wirtshauskuchl geben, und das ist, zugegeben, ziemlich aufregend! Infos dazu werden die nächste Zeit noch folgen, geplanter Erscheinungstermin ist Anfang März.

Es jedem Recht getan

ist eine Kunst, die niemand kann und dass man´s Wissen gelernt haben sollte, wäre auch von Vorteil. Unterhaltsame Blogbeiträge und unkomplizierter Wortwitz gelangen mir die letzte Zeit gar nicht. Zu voll die Gedanken im Kopf, zu viel Arbeit im Wirtshaus, zu dominant die Präsenz der Never Ending Coronastory. Aktuell haben wir an der neuen 2 G Regel zu knabbern. Ehrlich gesagt? Elendig. Gäste aus unserem Betrieb auszugrenzen entspricht nicht unserer Philosophie von Gastfreundschaft. Doch Abweisen müssen im Augenblick nicht nur wir, auch in Spitälern ist die Lage frustrierend, und das definitiv auf eine tragischere Art und Weise. Geht es bei uns um gemütliche kulinarische Stunden, die im Wirtshaus für Einige nicht möglich sind, ist es dort die Gesundheit, die nicht betreut und versorgt werden kann. Wenn langfristig geplante oftmals notwendige Operationen kurzfristig abgesagt und auf unbestimmt verschoben werden müssen, ist das ein Umstand, wo man froh sein kann, wenn es einen nicht persönlich betrifft…

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir im Wirtshaus besinnen uns auf das, was wir können, was wir lieben und möglich ist. Das bedeutet: Gutes Essen und somit Lebensfreude auf die Teller oder in die Verpackung zaubern 😉 Für Alle, die die 2 G erfüllen, bleibt unser Wirtshausbetrieb mit unseren Gastzimmern zu den gewohnten Öffnungszeiten bei leicht reduzierter Speisenkarte geöffnet. Warum reduziert? Ganz einfach, wir wollen auch für die Gesunden 2 G-losen sowie für die kranken Zuhause Gebliebenen wieder erweitert und zu mehr Zeitfenstern kochen. Bis jetzt waren Abholungen vor 11.45 bzw. nach 13.30 möglich, ab 18. 11. bieten wir so lange die 2 G Regel vorgegeben wird, über mittags (Montag & Freitag auch nachmittags und abends) wieder einen Viertel-Stunden-Rhythmus an. Zur Auswahl gibt´s die selbe Karte wie im Wirtshaus bzw. die aktuellen Menü/Tagesgerichte, Bestellungen werden ausschließlich telefonisch entgegen genommen. Recht machen können´s wir wohl so auch nicht jedem, und wissen, wie lange das so funktioniert (Stickwort, nein man will es gar nicht schreiben, Lockdown…) auch nicht. Aber vorerst ist es die beste Möglichkeit: Gutes Wirtshausessen für Alle und keine Kurzarbeit für unsere Mitarbeiter. Ein Novum möchten wir bei den Abholungen übrigens dann einführen: Gewartet wird zukünftig auf “Wartetischen” in der G´moa Stubn, da fühlt man sich gleich wohler und Stau im Gastzimmer wird vermieden.

So freuen wir uns auf einen schönen Start in die Vorweihnachtszeit und sind zuversichtlich, dass auch in dieser wieder für uns neue Situation bzw. Phase das Positive überwiegt!

Notbremse

Wer in seinem Leben schon einmal die Notbremse gezogen hat, weiß, dass man im kritischen Moment keine Sekunde zögert, sie zu ziehen, wobei nicht jeder Mensch immer in der Lage ist, dies zu tun. Vor ca. 5 Jahren, so genau kann ich das gar nicht mehr sagen, haben wir das in unserem Wirtshaus getan. Zugegeben, damals hatten wir noch keine Ahnung, wie es dann weiter gehen sollte, und auch ob. Ich verglich unsere Situation wie mit einem riesigen Scherbenhaufen eines Teils unseres Lebens. In völliger Schockstarre verharrten wir auf dem Schuttberg, bis sich der Nebel des Einsturzes gesetzt hatte. Nicht den Hauch einer Bewegung wagten wir, wollte man sich doch nicht noch mehr verletzten oder kaputt machen. Manche haben damals gefürchtet, dass dies der Anfang vom Ende ist, wissen tut man das selbst auch nicht in solchen Lebenskrisen. Viel Wasser ist seither dem Berg hinunter gelaufen, und heute kann ich nur sagen, ein Ende ist selten ein Ende, sondern immer der Anfang von etwas Neuem. Und mit etwas Glück, entsteht sogar etwas großartiges Neues. Aus den vielen kleinen Scherben von damals sind neue Kunstwerke entstanden, eingestürzte Mauern ließen den Blick auf mehr Weite zu und abgelegte Denkmuster ermöglichten den Raum für Kreatives.

Aktuell ziehen wir zwar keine Notbremse, wir wissen nun, wo die Herkömmliche ist 😉 Der zweite Ruhetag ist Konsequenz aus einigen Puzzlesteinen, und ist die Grundlage, dass wir, und dazu zählen nicht nur wir als Familie, sondern auch unsere Mitarbeiter, zukünftig Spaß an unserer Arbeit haben. Dabei sei erwähnt, dass wir aktuell nach wie vor Unterstützung, gerne jeden Alters, gelernt oder ungelernt, in unserem Wirtshaus suchen:
– Service (Teil- oder Vollzeit)
– Küche, Hilfskraft (Teil- oder Vollzeit, auch Aushilfskräfte zum Jobben)
– Reinigung (Teil- oder Vollzeit, auch Aushilfskräfte zum Jobben)
Neben freier Kost und Bezahlung über Kollektiv bieten wir geregelte Arbeitszeiten ohne Teildienste in einem familiären, beständigen Familienbetrieb mit gutem Betriebsklima, Probearbeiten gerne möglich! Wir freuen uns auf einen Anruf (07477 423 64) oder ein persönliches “Vorbeischauen”.

Unseren neuen Öffnungszeiten ab sofort:

Montag: 9 – 22 Uhr, Küche von 11.30 – 21 Uhr
Dienstag, Mittwoch Ruhetag
Donnerstag: 9 – 14 Uhr, “Mostviertler Mittagsbuffet” von 11.30 – 14 Uhr, keine “a la Carte” Gerichte
Freitag: 9 – 22 Uhr, Küche von 11.30 – 21 Uhr
Samstag, Sonntag 9 – 14 Uhr auslaufend, Küche von 11.30 – 14 Uhr
“auslaufend” bedeutet: Kaffee & Kuchen sowie Jause für gebuchte Feiern gerne möglich

Wir danken für Euer Verständnis und freuen uns auf viele gemütliche Stunden bei uns im Wirtshaus!

Die Sehnsucht der Ferne

hat uns diesen Sommer wieder gepackt, und so hat sich die Wirtsfamilie in den Flieger gepackt und einige Kilometer, Länder und Meere zwischen uns und unser Wirtshaus gebracht. Etwas ganz Besonderes für uns, in jeder Hinsicht. Unser Sommerurlaub neigt sich dem Ende zu, und wir sind so glücklich, wie schnell, unkompliziert und einfach wir ab dem ersten Reisekilometer abschalten konnten. Die andere Kultur, die konträre Lebensweise, der andere Rhythmus, der fremde Destinationen mit sich bringt, es wird wohl eine Mischung aus allem sein, die uns besonders gut tut. Die gemeinsame Zeit für uns als Familie, die wir fernab besonders intensiv verbringen können, gleicht die mangelnde Zeit unterm Jahr, besonders an den Wochenenden, etwas aus. Das letzte Jahr war sehr turbulent, wohl für alle, für jeden auf eine andere Art und Weise. Dabei nicht die Balance zu verlieren, die Mitte, das Gleichgewicht, es war oft ein Drahtseilakt, mit dem Gespür dafür, nicht die Freude des Seins zu verlieren. Inne halten, sich spüren, Pause machen, dabei die Seele baumeln lassen, sich belohnen mit Freiraum und dem einfachen Glück, das gelingt nicht mit einem scheinbar tollen Urlaub, sondern nur in sich selbst. Wobei, zugegeben, er trägt schon ungemein dazu bei, sich darüber bewusst zu werden 😉

Wie geht´s im Wirtshaus weiter?

Ab Donnerstag, den 22. Juli sind wir wieder wie gewohnt für Euch da, natürlich zu den gewohnten Öffnungszeiten. Ab Montag, den 19. sind wir auch telefonisch wieder besser erreichbar und freuen uns, Eure Reservierungen entgegen nehmen zu können. Unsere Grill-Freitage mit unserem Salat- und Beilagenbuffet starten ab Freitag, 30. Juli, darauf 5 mal in Folge. BITTE unbedingt rechtzeitig an eine Tischreservierung denken. Kulinarisch auf der Saisonkarte sind Eierschwammerl natürlich das Hauptthema, unsere beständigen Wirtshausklassiker bleiben natürlich nach wie vor unverändert und für unser bekanntes Mostviertler Mostbratl (aktuell mit Kohlrabi) darf natürlich auch nicht fehlen. Hier gilt nach wie vor: Wer es unbedingt genießen möchte, reserviert sich seine Portion bitte schon tags zuvor, da wir es stets “ofenfrisch” zubereiten.

Wir freuen uns so auf ein Wiedersehen und auf viele gemütliche Stunden bei uns im Wirtshaus!

Der Drang, wissen zu wollen,

wo´s herkommt, also unsere Lebensmittel, ist größer als je zuvor. Verständlich, sind doch faire Bedingungen für Mensch und Tier sowie ökonomische und nachhaltige Betriebsprozesse ein wichtiger Beitrag für unser allgemeines Wohl. Doch sind regional und saisonal auch im betrieblichen Alltag praktikabel? Das Leben ist kein Ponyhof. Spätestens wenn Fakten wie Angebot, Preis und Nachfrage aufeinander treffen, wird´s spannend.

Folgende drei Szenarien aus unserem kleinen “Wirtshaus-Mikrokosmos”:

  • Unsere heimischen Fische beziehen wir seit 3 Monaten ausschließlich von Roland Hadeyer aus Vestenthal. 100% lieferfähig das ganze Jahr, Top Preis/Leistung, unkomplizierte Bestellung & Lieferung, das Optimum für uns als Wirtshaus und für den Kunden in punkto Transparenz.
  • Seit 2 Wochen sind wir in Kooperation mit dem Gemüse – Biohof von Romana und Mario Kronsteiner in Haidershofen. Grundsätzlich bieten sie Ab-Hof Gemüse-Kistl an, beliefern nicht die Gastro. Wie es die Natur oft mit sich bringt, unterliegt das Ernten Schwankungen. Wenn also “Überschuss – Mengen” entstehen, kommen wir ins Spiel und ersetzen die Ware des Großhändlers mit ihren Gemüse-Raritäten. In dieser Woche waren es wieder knackige Blattsalate, die in ihrer Diversität und Frische herausragend waren, Spitzkraut und surrealer Brokkoli. Das Absprechen und Kompensieren erfordert hier schon mehr Zeit, ist aber jeden Aufwand wert.
  • Eierschwammerl sind ab jetzt auf der Tageskarte, und manche fragen sich, wo den die jetzt so wachsen… na im Wald natürlich! Spaß beiseite, natürlich kommen sie aus den Wäldern unserer Nachbarländer. Dort wachsen sie je nach Wetterlage nicht nur zeitiger, sondern werden auch nach Größe sortiert. Die Lieferfähigkeit unseres Gemüsehändlers ist lückenlos gegeben, was uns das Planen auf der Speisenkarte ermöglicht. Bedenken bezüglich Facharbeiter von anderen Ländern braucht man nicht haben, gebe es ohne Erntehelfer aus dem Osten weder Spargel, Erdbeeren, Wein noch sämtliches anderes Gemüse.

Lebensmittel sind Vertrauenssache, der Markt ist komplexer, als man denkt und doch muss man die Kirche auch mal wieder im Dorf lassen. Kenntlichmachungspflicht? Ja bitte, für alle. Egal ob Produzent, Verarbeiter oder Händler. Nur so schafft man Bewusstsein für die große Dimension des Nahrungsmittel-Marktes.

Das erste Mal

Ist in jeder Hinsicht immer eine aufregende Geschichte und hat das volle Potential, in Erinnerung zu bleiben! Ja, ich sehe die ersten schon Zuhause grinsen, auf was ich nun hinaus will. Bitte einfach locker bleiben 🙂 Ich meine jene Ersterlebnisse, die man sowohl als Kind, Jugendlicher aber auch als Erwachsener sammelt. Rasseln schon die ersten Highlights eurer ersten prägendsten Male durch Euer Kopfkino? Erster Tag im Kindergarten, Schule, Arbeit, natürlich auch Freundschaft, Liebe, Freude, aber auch die erste größere Enttäuschung, Kummer, Sorge? Ob Erlebnisse oder Gefühle, manchmal ziehen unbekannte Lebenssituationen unbemerkt und spurlos an uns vorbei, während andere Situationen uns Prägen, Formen und gedanklich sowohl positiv als auch negativ uns in Erinnerung bleiben. Mit etwas Mut zur ehrlichen, selbstkritischen Reflektion lernen wir daraus, sammeln Erfahrungen und entwickeln uns weiter. Das Leben ist voller ersten Male!!!

Die kommende Woche darf ich wieder bei “Silvia kocht” zu Gast sein. Von Montag bis Donnerstag gibt´s auf ORF 2 um 14 Uhr wieder jeden Tag zwei Rezepte & Kochideen aus der Wirtshauskuchl, Freitag geht´s auf Tour mit Silvia ins schöne Niederösterreich. Produkte wurden übrigens über die AMA-Genuss-Region von kleinen, familiengeführten Betrieben & Manufakturen zur Verfügung gestellt. Die neue Plattform bündelt Produzenten, Manufakturen und Gastrobetriebe und lädt zum Einkaufen, Genießen und Erleben ein. Es lohnt sich, einen Blick rein zu werfen.

Und nein, es war nicht mein erstes Mal mit Silvia in ihrer Küche zu kochen, sondern das erste Mal mit halb offenen (!) Haaren. Ich geb´s zu, ich bin schwach geworden beim Styling. Zuerst verbot es mir der gute Ton, dem Stylisten zu sagen, wie er seine Arbeit zu machen hat, und dann war ich so auf´s Kochen fixiert, dass ich auf die “Mähne” vergaß… bis ich die ersten Fotos davon sah. Mein Conclusio? Es war das letzte Mal.

Die Kunst beim Warten

ist nicht die Geduld, so habe ich kürzlich wo gelesen, sondern die Fähigkeit, dabei positiv zu bleiben. Grundvoraussetzung dafür ist natürlich, dass man sein positives Gemüt dem Negativem vorzieht 😉 Warten, es gibt kaum einen anderen Zustand, der grundsätzlich nicht schmerzhaft aber zugleich sehr unangenehm ist. Also warum das Ganze nicht einmal etwas trainieren, mehr Positivity bitte! Jeder simple Gute-Laune-Ratgeber machts vor: die lange Schlange vor der Kassa, schön, Zeit für mich. Der zeitraubende Stau am Weg nach Hause? Mit der richtigen Lieblingsmusik kommt Schwung und gute Laune ins Auto. Das lahme W-Lan beim Streamen? No Problem, Stecker ziehen und raus in die Natur, morgen klappt´s wieder besser. Ja, so weit so gut, in der Praxis umsetzbar. Ich würde behaupten, das ist etwas für “Beginners” oder “Level 0”. Dem, was wir jetzt ausgesetzt sind, hat “Advanced” und “Expert” übersprungen und den absoluten “Profi” Modus erreicht. Wir warten nicht nur auf das frisch gezapfte Seiterl beim Wirt, das knusprig goldbraun gebackene, servierte (!) Schnitzerl zu Tisch, der Kunst und Kultur aufgeführt auf unseren zahlreichen Bühnen des Landes oder der ersehnten Auszeit weg von Zuhause. Wir sehnen uns nach herzliche Umarmungen und Begrüßungen, unbeschwerte Treffen, gesellige Runden in unserem Verwandten- und Freundeskreis, sowie einem normalen Arbeitsalltag fern von Masken, Abstand und Testen. Und so, wie es jetzt ist, ist das nunmal verdammt unangenehm!

Auf diesem Weg nun etwas positive Wirtshaus-News, um die Vorfreude auf´s Öffnen zu intensivieren: Wie Viele schon wissen, gestalten wir unseren Innenhof neu. Die Neugierde ist groß, da schon durchgesickert ist, dass es kein klassischer Gemma-Gams Gastro-Gastgarten wird… Wir möchten hier auch nicht genauer darauf eingehen, Schönes will selbst erlebt & gespürt werden. Nur so viel: Ca 1/6 des Daches wurde erneuert, neue Fenster eingesetzt, die Fa. Stöckler gestaltet die Fassade genauso wie unser Zimmerer, der auch für die 1/3 Überdachung des Hofes sowie die Holzterrasse verantwortlich ist. Der Steinmetz wird demnächst die Beetbegrenzungen mit Mühlviertler Granit setzen, während der 70 Jahre alte Rebstock diese Woche geliefert wird. Der Spengler bereitet das Kupfer für´s Dach vor, und unser Altholz-Tischler fertigt das große Hoftor. Die Landhausmöbel sind schon seit Wochen eingelagert in unserer Garage und die dazu passenden Leinen-Polster stehen in Schachteln bereit. Die Luster aus Murano – Glas wurden überpünktlich geliefert, was wir von unserem frei hängendem Kamin nicht behaupten können. Wir hoffen, dass die handgeschmiedeten Außenlampen keiner Verzögerung unterworfen sind. Es geht voran, es macht uns froh, und noch viel mehr, wenn wir daran denken, wenn wir dort viele schöne gemeinsame Stunden verbringen können!