Sommer bedeutet Hochkonjunktur im Garten. Und egal ob großes Kräuterbeet und Töpfe, viele Obstbäume und Sträucher, Gemüsegartl oder Topfgemüse, Jeder weiß die Vorteile des „Selbst-Gezogenen“ zu schätzen! Im Wirtshaus ist das nicht immer so einfach, Pflanzen haben Durst, brauchen Dünger, müssen vor Schädlingen bewahrt und mit viel Liebe gepflegt werden. Zum Glück gibt es immer wieder ein paar Damen, die uns Unbehandeltes in die Küche bringen, und daraus machen wir unser Eingemachtes ein bzw. produzieren unsere haltbaren Koch-Produkte. Diese lassen sich dann übers Jahr wunderbar zu allem Möglichen einsetzen, wie zum Beispiel in unsere

Tagliatelle mit gebratenem Gemüse

welches wir mit unserem Kräutersalz gewürzt und mit unserem Ketchup mariniert haben, ein paar frische Kräuter, Zupfsalat oder Kresse darauf, vielleicht noch etwas Schafkäse, herrlich!

Ketchup: Dafür röste ich würfelig geschnittenen Zwiebel in Olivenöl an, gebe Zucker bei und lösche es, nachdem ich das Ganze etwas „ankaramellisiert“ habe mit weißem Balsamico ab. Jetzt gebe ich Tomaten bei, würze mit ein paar Senfkörnern und Salz und lasse Alles einmal gut köcheln, damit möglichst viel Wasser verdampft. Pürieren, passieren (feines Sieb) und nochmals abschmecken. Süß sauer herzhaft soll es schmecken, und es schmeckt komplett anders als Gekauftes! In saubere Gläser füllen, verschließen und mit Wasser bedeckt im Ofen bei 90 Grad eine Stunden konservieren. Haltbar ist das Ketchup mindestens ein halbes Jahr, ich verwende gerne Deckel „mit Klick“, die sich einziehen, somit weiß ich genau Bescheid, ob es noch passt, denn meistens hält Tomatisiertes viel länger…

Kräutersalz: Kräuter trocknen und mit einem Mixaufsatz klein raspeln. Durch ein Sieb schütteln um gröbere, holzige Kräuterteile zu entfernen, mit Salz 1:1 vom Volumen her mischen. Ich verwende 2/3 von den Kräutern immer welche, die bevorzugt konsumiert werden wie Schnittlauch, Petersilie, Liebstöckl, Basilikum, Dill. Andere Kräuter, die zwar im Garten wuchern und viel Menge bieten würden (Minze, Melisse, Majoran,…), sind meist zu „kantig“ und unrund im Salz.

Die Tagliatelle einfach in etwas Butter, Obers oder Olivenöl schwenken, darauf kommt das Gemüse-Topping:
Zuerst Eierschwammerl in etwas Öl braten, bis sie das meiste Wasser verloren haben. Zucchiniwürferl, Radieschenspalten, Paprikastreifen beifügen, kurz mitrösten, mit dem Kräutersalz würzen und dem Ketchup marinieren. Auf die Nudeln verteilen. Etwas Ruccola oder Kresse geben dem Gericht zusätzlich Farbe, Frische und Würze. Viel Spaß!