Den richtigen Zeitpunkt

für große Entscheidungen zu treffen, ist nicht immer einfach, schließlich müssen (oder sollten…) daraus resultierende Konsequenzen auch in irgend einer Weise getragen werden. Doch was ist, wenn es „denn perfekten Zeitpunkt“ nicht gibt? Der Verstand und das Ego erklären uns ja regelmäßig, was wir wann, wie oder überhaupt zu Tun oder zu Lassen haben, während das Herz schon lange weiß, wo´s hingeht. Der ständige Optimierungswahn unserer Gesellschaft trägt noch das Übrige dazu bei.

Unser Blumenstock, den ich ausnahmsweise beim Überwintern einmal nicht umgebracht habe, gab mir heuer seine eigene Antwort darauf. Während die meisten Blüten im Hochsommer bei großer Hitze innerhalb kürzester Zeit verblüht waren, zeigt ein Dolden sich erst jetzt in seiner ganzen Pracht. Kräftiger, stärker, farbenfroher und mittlerweile schon über 3 Wochen erfreut er mich mit seinem strahlenden Blau, und er wird es noch ein Weilchen tun. Er war noch nicht bereit zum „richtigen Zeitpunkt“, da wo alle Anderen blühten, da, wo es sich „eigentlich gehört“. Vielleicht ist es manchmal gar nicht schlecht, sich etwas zurück zu lehnen und „sein“ zu lassen, in dem Vertrauen, dass der „persönliche“ richtige Zeitpunkt dem eigenen Rhythmus folgend kommt. Fühlt sich gut an, finde ich.

Diagnose: Bratlkoma

Also, eines einmal vorweg: Wir lieben unser Mostviertler Mostbratl mit all seinen Nebenwirkungen, die wir das letzte halbe Jahr genießen durften. Keine Sekunde möchten wir missen an dem, was wir mit Euch erreichen konnten. Doch eines ist Gewiss und darf man weder bei sich selbst als auch bei seiner Umwelt nicht vergessen: Alle Dinge im Leben unterliegen der Polarität: Tag und Nacht, heiß und kalt, gut und schlecht, das lässt sich ewig fortsetzen. Wo Licht ist, ist auch Schatten und das Eine wäre ohne das Andere nicht existent. Ums kurz zu machen: Es hat eine ganze Jahreszeit, den gesamten Sommer, gebraucht, bis sich Alles wieder soweit eingependelt hat.

Zuerst war die Phase des „Boah wir dürfen da dabei sein“, dann, „Wow, wir dürfen tatsächlich nach Wien fahren“, darauf folgte „Wow, jetzt hat das Bratl das wirklich gewonnen“ bis „Was wird nun auf uns zu kommen?“. Dazwischen und Mitten drinnen war natürlich normaler Wirtshaus-Betrieb, Hochzeiten, Feierlichkeiten, großer Familienurlaub, Grillwochen, Kochabende auf „Rabenlehen“ und natürlich immer wieder wir als Familie! Viele Dinge, starkes Pensum. Wenn man so dicht eingespannt ist, da darf man auch schon mal in eine Art „Koma“ fallen, sämtlich Dinge fokussiert auf  das Wichtigste. Und es kann passieren, dass man auf sich selbst vergisst, zu wenig Zeit für die Seele, zu viel Zeit für den Verstand. Der Herbst mit seinen kühleren Temperaturen hat uns nun endlich aus dem „Tiefschlaf“ geweckt, der Alltag regelt sich. Doch was das Beste ist? Wenn man rückblickend spürt, dass diese Zeit zwar schön, aber auch fordernd und intensiv war. Bewusstsein über das, was geschehen ist. Mehr bedarf es oft nicht um wieder etwas zur Ruhe kommen zu können.

Das Bild oben stammt übrigens von unserem diesjährigen Sommerurlaub. Wir hoffen, dass auch Ihr einen wunderbaren, unvergesslichen Sommer hattet!

 

 

Im Universum des Lebens

kommen einem schon viele Ereignisse unter. Ob bewusst oder unbewusst wahr genommen, das Zusammenspiel aus vielen kleinen und einigen großen Dingen, ergibt immer wieder auf´s Neue etwas Wunderbares, das gemeinsame Ganze. Ja von WAS bitte schreibt den DIE nun wieder daher? Universen, gemeinsames Ganzes, spirituell angehaucht und energetisch angesäuselt?!? Zugegeben, mit dem Sinn des Lebens beschäftig sich fast jeder einmal in seinem Leben, die einen kürzer, die anderen länger, meist aber später, Mid-Life-Kriese und Wechsel lassen grüßen. Manchmal stellt man sich die Sinnesfrage aber auch schon früher, häufig, wenn man einmal nicht durch die rosigsten Zeiten seines Lebens geht…

Auf was ich hinaus will? Schon einmal Nachts, bei wolkenlosem Himmel, die Sterne bewundert? Wenn sie klar und strahlend um die Wette funkeln und einen den Rest der Welt vergessen lassen? Und nun bitte den Raum dazwischen wahr nehmen, das scheinbar finstere Nichts, das große Weltall, frei von Form. Wir sehen Sternschnuppen verglühen, wir beurteilen die Entwicklung von Galaxien, berechnen die Entstehung von Sternen, faszinieren uns an Supernovas und analysieren ehrfürchtig die Schwarzen Löcher. Und dazwischen? Was ist dazwischen? Scheinbar nichts und doch so viel. Unglaublich viel Platz gibt es da dazwischen, der doch voller Fülle ein immenses Maß an Energie und Freiraum bietet. Und das ist der Punkt. 9 Plätze 9 Schätze ist ein Stern, leuchtend am Himmel, der etwas Besonderes ist und einem Freude macht. Doch im Rundum, da steckt so viel mehr, so viel Leben. Nur nicht in Versuchung kommen, sich von Schönheit blenden zu lassen…

Aber DANKE, dass wir gemeinsam diesen Stern entdecken und erkunden durften! Er wird uns noch lange in Erinnerung bleiben!

 

Ab ins Finale!

9 Plätze 9 Schätze – So gut isst Östterreich, wir kommen. Und daher gehen wir diese Woche nochmal bis zum Äußersten, Reizüberflutung mit dem Mostbratl, Angriff auf diversen Social – Media – Kanälen, Präsenz in der ein oder anderen Zeitung (danke an Alle, die das auch ermöglicht haben!), Mundpropaganda im Wirtshaus. Es geht ans Eingemachte. Da stellt man sich schon einmal die Frage: Darf man das? Mit überdurchschnittlicher Präsenz, ja fast aufdringlich kann man auch meinen, ein Erfolgswelle (was auch bitte immer eine sein mag) auf Andere überschwappen zu lassen? Nicht Jeder hat Lust auf so viel Nass, Wasser bedeutet auch unberechenbaren Wellengang und nicht jeder mag mit schwimmen. Gewohnte Gewässer hat man bekanntlich lieber als Fremde, und doch weckt einem am Horizont immer wieder die Sehnsucht.

Diese Woche fahren wir zusammen auf eine kleine Reise, wenn ihr wollt, bitte begleitet uns dabei! Die haben nämlich wir gemeinsam gewonnen. Sie kann uns Allen in Erinnerung bleiben, aber nur, wenn wir sie teilen, die Gefühle, die Emotionen, das Erlebte. Wir freuen uns darauf!

Vielen lieben Dank übrigens an Doris Schwarz-König (www.schwarz-koenig.at) für das Foto, das ich oben verwenden durfte und natürlich auch an den Mostviertel-Tourismus (www.mostviertel.at), allen voran Gudrun Vösenhuber, die nicht nur das Shooting ermöglicht hat!

Unser Fahrplan in dieser Woche:

Mittwoch, 22. Mai

ORF 2, 19 Uhr NÖ heute
Bericht von und aus unserem Wirtshaus
außerdem Tagsüber im Radio NÖ zu hören
Danke Thomas für dein Engagement!

Freitag, 24. Mai

Ich darf abends für die ersten Proben schon in Wien/Küniglberg sein, auf Instagram wird die ein oder andere „Story“ gepostet…

Samstag, 25. Mai

Proben und Generalproben ab 14 Uhr
Unser Fanbus mit 25 Weistrachern und Mostviertlern macht sich um 16 Uhr auf den Weg. Die Live-Sendung beginnt um 20.15 auf ORF 2, moderiert wird sie von Barbara Karlich im Live-Studio und von Norbert Oberhauser in der „Fanmeile“. Das Live-Voting startet bzw. endet, wenn es von der Moderatorin/vom Moderator bekannt gegeben wird, soweit wir wissen aber erst nach der Präsentation des letzten Gerichtes. Die gebührenpflichtige Nummer für´s Mostbratl ist aber schon im Internet zu finden: 0901 05 90909. Die Rückfahrt wird nach der After-Show-Party sein.

Sonntag, 26 Mai

Welcome back, wir sind wieder im Wirtshaus!!!

 

 

Fügung, Schicksal oder Glück?

Kommt etwas so, weil es so kommen soll, trägt man zu etwas bei, weil man doch seinen Weg auf beständige Art und Weise geht oder hat man am Ende des Tages einfach nur Glück? Was macht richtiges Timing aus? Zur richtigen Zeit am richtigen Ort (oder am Falschen) oder hätte das Schicksal doch früher oder später seinen Lauf genommen? Ich gebe zu, ich habe den ein oder anderen Artikel über diese Dinge gelesen, kurzfristig gedacht, etwas „gescheiter“ zu sein, um dann doch wieder fest gestellt zu haben, so viel philosophische Gespinste verwirren einen einfach nur.

Kurzum, man macht sich schon so seine Gedanken, wie etwas kommen kann, wie etwas läuft, wie etwas seine Richtung annimmt. Es fühlt sich an wie ein Fluss, der beständig durch alle Jahreszeiten sich sein Flussbeet ebnet, formt und gestaltet. Der Einfluss von Wetter, Landschaft und Umwelt bringt oft unterschiedlich Anforderungen mit sich. Wasser ist unglaublich, es bewegt sich immer, ist kraftvoll und gleichzeitig auch ungemein beruhigend. Wasser ist Leben, das Leben sind wir. Eigentlich ganz einfach.

Und nun möchte ich noch kurz zu „Schwarz-Weiß“ bringen, wie es ein Format wie „9P9S-So gut isst Österreich“  zu uns ins Mostviertel, nach Weistrach, zu einem Kirchenwirt am Ländle, findet. Aber nur weil uns schon viele Neugierige gefragt haben 😉 Beworben haben wir uns nämlich nicht, so wie manche vermuteten…

Vor 3 Jahren haben wir mit den Öffnungszeiten umstrukturiert, um nachhaltig mit unserem Wirtshaus in die Zukunft zu gehen. Mit Gesundheit soll man nicht leichtfertig umgehen. In dieser wandelnden Zeit ist die Idee des Kochstudios auf „Rabenlehen“ (Elternhaus) entstanden, ein unglaublicher Nährboden an Inspiration, eine neue Energiequelle, die sich auch auf´s Wirtshaus überträgt. Neue Projekte entstanden, die Elisabethwarte am Kürnberg war eines davon. In Folge kam die „ORF-Sommertour“ (Radio) nach Weistrach, wohl auch aus dem Grund, dass dem ORF-Team die herzliche Betreuung ein halbes Jahr zuvor beim „Guten-Morgen-Österreich“ – Fernsehen in Erinnerung blieb (Bürgermeister und Gemeinde sei Dank!). Dabei durften wir mitwirken. Die Ergebnisse haben immer sehr gefallen. Aus diesen, vielleicht auch aus anderen Gründen, hat sich Thomas Birgfellner, unser Moderator fürs Mostviertler Bratl,  an uns erinnert. Als er dann noch auf YouTube den Werbefilm vom Grillen mit Napoleon gefunden hat, hat er nicht mehr gezögert, uns zu kontaktieren. Wenn da das Telefon klingelt und das Gegenüber diese Gelegenheit unterbreitet, fehlen einem nahezu die Worte. Welche Freude, welche Ehre, welche Überwältigung. Wir freuen uns auf die kommende Zeit, und besonders, diese und die damit verbundenen Emotionen mit Euch zu teilen. Nur so lebt das Wirtshaus, wir als Familie, mit unserem großartigen Team und Ihr als unsere treuen, herzlichen Gäste!

Was kommt? Was geht? Was bleibt?

Dass sich in diesem Frühjahr ein paar außergewöhnliche Projekte dicht aneinander reihen, haben wir im Februar schon bemerkt. Man könnte sagen, wir sind nun in der heißen Phase, es macht Spaß, bereitet Freude und schüttet Endorphine aus. Irgendwie hat man sogar das Gefühl, dass diese dicht aufeinander folgenden Ereignisse einen kaum Luft zum Atmen lassen.  Bricht dann nicht Alles einmal wie eine Lawine über einem zusammen? Die Fassade steht und dahinter bröckelt es gewaltig?

Die Gefahr besteht, doch dass ist kein Grund zur unnötigen Vorsicht. Mit genügend Achtsamkeit ist es durchaus lohnend, die Komfortzone seines Lebens zu verlassen. Dahinter findet man nämlich ganz schön viel Leben, und Begegnungen, die bleiben. Geschehnisse, ob gute oder schlechte, sind der Zeit ausgesetzt, doch die damit verbundenen Emotionen im Herzen, die bleiben. Und wenn es uns nun gelingt, die guten Erinnerungen nachhaltig zu verankern, ist das sicher eine gute Lebensgrundlage!

Und nun will ich natürlich nicht unsere neuesten Wirtshaus-Neuigkeiten vorenthalten, ja es ist viel, ja, auch in kurzem Zeitraum, nein, wir handeln nicht unüberlegt und hastig aus Übermut oder was auch immer, es hat sich einfach so ergeben. Und nein, es geht nicht immer in diesem Tempo weiter 😉 Wir hatten einfach gerade unerwarteten Rückenwind!

Das Mostbratl im ORF

 „9 Plätze – 9 Schätze – So gut isst Österreich“ ist auf der Suche nach dem Lieblingsgericht der ÖsterreicherInnen. Neben dem Waldviertler Karpfen und den Wachauer Marillenknödeln schickt Niederösterreich auch das Mostviertler Mostbratl ins Rennen, dass bei uns auf „Rabenlehen“ gekocht wurde. Der Beitrag wird am Dienstag nach Ostern, den 23. April in „NÖ – Heute“ (19 Uhr) erstmals ausgestrahlt.

Das NÖ-Voting startet zwei Tage später, die Telefonnummer wurde schon zum Bewerben und Weitergeben bekannt gegeben: 0901 05 901 07 ist die Nummer für´s Mostviertler Bratl. Es war uns eine große Freude, mitwirken zu dürfen. Bitte ab Donnerstag mitvoten, jeder Anruf zählt! Danke!

Die Sonnenterrasse ist fertig!

Pünktlich zur schönen Jahreszeit ist unser Wintergarten-Facelift fertig. Das undichte, für unerträgliche Hitze sorgende Glasdach wurde durch eine Flachdachkonstruktion mit darauf liegender Holzterrasse ersetzt. Ein handgefertigtes Geländer aus Schmiedeeisen und Glaselementen sorgt für Sicherheit. Herzlichen Dank an den reibungslosen Ablauf auf der Baustelle der Fa. Elmer/Berlesreiter für den Wintergarten, Erika Ritt für die Malerarbeiten sowie Franz Illich-Edlinger für das tolle Geländer, welches dem Ganzen  einen besonderen Glanz verleiht. Dieser wunderbare neue Platz zum Verweilen kann nun ab sofort von unseren Gästen der Feiern im Obergeschoß genutzt werden!

Fassade

Marienzimmer auf „Rabenlehen“

Als letztes Jahr bei uns erstmals für eine standesamtliche Hochzeit auf „Rabenlehen“ angefragt wurde, haben wir uns sehr gefreut! Schließlich bietet sich der tolle Innenhof mit seinem außergewöhnlichen Ambiente auch wirklich an. Doch was tun wenn der Wettergott mal Urlaub hat? Wind und Regen sind auch durch ein Zelt nicht immer abzuhalten, außerdem dreht sich das Wetter oft noch in letzter Minute… Vor längerer Zeit war der Gedanke schon einmal da, nun aber die Zeit reif! Meine „Mutter-Gottes“, ein Erbstück meines Großvaters, soll nun einen würdigen Platz bekommen und auch als Namensgeber des neu adaptierten Gewölberaumes dienen.

Für kleine (standesamtliche) Hochzeiten und Taufen bis 30 Personen können wir nun diese Räumlichkeit zur Verfügung stellen, die Nutzung vom Innenhof für Agape, Aperitif und Zusammenkommen bietet sich natürlich auch herrlich an!

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Quo vadis, liebes Wirtshaus?

3 Jahre ist´s her, als der Weg, den wir damals nahmen, abrupt enden sollte und wir gezwungen waren, unsere Öffnungszeiten zu ändern. Viel Zeit ist seither vergangen, und es ist wirklich viel dazwischen passiert. Man sagt oft, das Leben ist wie Achterbahn-Fahren. Bergauf, bergab, mal schnell sogar mit Wind im Rücken, und oft langsam dagegen, und das im Wechselbad von Sonne und Regen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, Änderungen sind mühsam, eingefahrene Muster schwer zu umgehen. Ob sich für uns JETZT etwas verändert hat? Die Achterbahn hat ihre vorgegebene Strecke, die haben wir nicht, und alleine DAS zu wissen, ist Medizin für die Seele. Wir können jederzeit einen neuen Weg einschlagen. Hat das nicht immer Konsequenzen? Klar, nur die sind definitiv nicht  zwangsläufig schlecht. Sie bieten Neuland, fruchtbaren Boden, Entwicklungspotential für Neues, soviel sei verraten: Der April wird spitze!

Der Frühling erfreut nun endlich unsere Gemüter, dazu passend wird in wenigen Wochen unsere neue Sonnenterrasse fertig!!! Es fehlt nur noch das Geländer. Zugänglich ist sie ausschließlich vom ersten Stock, sie wird zum Verweilen und „Zeitvertreiben“ sein.  Das Foto oben entstand übrigens bei wärmender Abendsonne, eine wunderbare Bereicherung für unsere Feiern! Bei einem feinen Seiterl oder Achterl mit Sonnenbrille die Seele etwas baumeln lassen, wir können uns das schon richtig gut vorstellen 😉 Bärlauch und Spargel schleicht sich nun klein aber fein in unsere Speisenkarte und in absehbarer Zeit wird der erste Obstbaum ins Blühen anfangen. Quo vadis spielt doch eigentlich keine Rolle, Hauptsache vadis, mal schnell, mal langsam, mal rechts, mal links oder gerade aus, eine Pause, etwas in sich gehen, und dann weiter, dem Bauchgefühl folgend, einfach VADIS!

Wenn aus der Not

… eine Tugend wird.

Missliche Lagen und Krisen begegnet man im Leben ja immer wieder. Ob persönlich, familiär, beruflich oder auch wirtschaftlich, die einen verlangen einem sofortiges Handeln ab, die anderen gönnen einen noch eine gewisse Galgenfrist. So ist´s uns bei unserem Wintergartenumbau gegangen.

Als vor ca. 6 Jahren unser Wintergarten bei Regen nicht mehr mit seiner Dichte überzeugen konnte und die ein oder anderen Gefäße zum Auffangen des Wasser aufgestellt werden mussten, war klar, das Dach wird auf kurz oder lang zum Erneuern. Nach weiteren 3 Jahren waren die Sommer bzw. die daraus resultierende Sonneneinstrahlung so intensiv, das ein Umbau in eine Sauna fast in Erwägung gezogen wurde 😉 Scherz beiseite. Der erste Kostenvoranschlag zur Renovierung brachte aber die Ernüchterung, so viel Geld, nur für ein Dach, sonst nix. Die Zeit verstrich, seine Krankheitssymptome wurden schlimmer…

Letztes Frühjahr, inspiriert wahrscheinlich vom Frühlingserwachen und den wärmer werdenden Temperaturen, keimte die Tugend in uns auf. Warum nicht das Dach des Wintergartens als Terrasse nutzen? Es folgte ein kurzes Check Up: Statisch möglich, Ausgangstechnisch ebenso, behördlich kein Problem und die Mehrkosten? Vernichtend gering im Verhältnis zum Mehrwert, den wir für uns und unsere Gäste erzielen. Mit der neuen Sonnenterrasse gewinnen wir einen neuen, herrlichen Verweilbereich, der ab Mitte April für alle Feiern im ersten Stock zugänglich sein wird!

Und was das Sprichwort für uns persönlich als Familie bedeutet? 3 Jahre ist´s her, dass wir aus gesundheitlichen Gründen gezwungen waren, eine neue Richtung einzuschlagen, einen neuen Weg zu bestreiten. Ein Wandel war notwendig, um Zukünftiges überhaupt möglich zu machen. Die Ungewissheit war groß, der Weg sicher nicht leicht und das Fazit? Es gibt keines. Wir wissen nur, was JETZT ist, und dass das sich gut anfüllt, in Summe. Gute oder schlechte Tage gibt´s immer wieder. Aber die kommen, und die gehen. Es bleibt uns nur der Moment, den es zu leben gilt, mit sich, dem/der PartnerIn, Familie, Freunden, Kollegen und allen Menschen, denen man Tag täglich begegnet. Und dafür sind wir sehr dankbar!

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Neue Wege, auch wenn´s mal richtig dreckig wird!

Back on track – endlich zruck!

Nach dem Urlaub sind´s ja im Gesellschaftsleben immer die selben Fragen, die einen begleiten, und häufig immer die selben Antworten, die man von sich gibt, und die man aber auch hören will. „Es war so schön! Wir hatten so viel Spaß! Die gemeinsame Zeit hat so gut getan! Wir sind so richtig gut erholt!“ Pufff, so viel Glückseligkeit braucht beim Zuhören manchmal schon einen guten Magen, vor allem wenn sich Zeit- und Budget-Management nicht miteinander vereinbaren ließen und der eigene Urlaub doch in den eigenen vier Wänden stattfinden durfte. Da darf sich schon etwas Sehnsucht breit machen…  Doch Urlaub wäre nicht Urlaub wenn zu den ganzen Pros auch nicht die Cons zählen würden: verkehrsbelastete An-/Abreisen, 100% intensiv miteinander verbrachte Freizeit (Quality-Time Yucheee!), fehlende Ambition der Aktivitäten bei allen Familienmitgliedern, differenzierte Vorstellungen der Nachmittagsbeschäftigungen, Lagerkoller gepaart mit urlaubshafter Unordnung am Zimmer, ja ja, die Realität und die tatsächliche Betrachtung wirft meist schon ein ganz anderes Licht auf die Sache.

Und zu was ist er jetzt nun da, der Urlaub? Dass man sich nach auslaugender Tätigkeit ins Wonderland beamt um anschließend „Back on Track“ wieder mit vollen Akkus von Neuem Durchstarten zu können? Hoffnungsvoll auf dass die Energie bis zum nächsten „Urlaub“ reichen und sich das Bankkonto bis dahin wieder erholt haben möge?

Wir wär´s statt „Back on Track“ mal ein bisserl auf „ich bleib mal neben der Spur“ zu setzen? Hört sich chaotisch an, ist aber irrsinnig befreiend, entschleunigend, ein unglaublicher Nährboden des Lebens! Keine Angst vor zu viel Planlosigkeit, einfach probieren, so schnell verliert man  die Spur schon nicht aus den Augen!

Ab morgen, Donnerstag öffnen wir wieder die Wirtshaustür, schalten wieder die Öfen an, aromatische Düfte strömen aus der Wirtshauskuchl, verteilen sich im ganzen Haus, das Reden, Lachen und Unterhalten wird unsere Stuben mit Leben erfüllen, gewohnt, bedächtig und beständig wie es ist in einem Dorfwirtshaus, und dazwischen finden wir Zeit, Zeit, die das Leben lebenswert macht!

 

Die Bäume, das Holz und wir

Die Natur macht´s uns im großen Stil ja vor. Im Frühling die Blüte, im Sommer wird gewachsen, der Herbst bringt die Ernte und im Winter wird gerastet. Simpel, regelmäßig und beständig. Dem entsprechend angepasst hat sich die Vegetation, mal läuft´s besser, mal läuft´s schlechter. Erkennt man an den Knospen, Blättern und Früchten den äußeren Zustand eines Baumes, so muss man aber bedenken, dass dies noch gar nichts über den Inneren aussagt. Im Holz, den Jahresringen, sieht man oft den gewaltigen Unterschied, wieviel Energie in welchem Jahr zur Verfügung stand. Starker Winter, wenig Wasser, viel Sonne… Vielleicht stießen die Wurzeln ja auch mal auf einen anderen Nährboden? Fruchtbarer Humus, lehmige Schichten, hartes Gestein?

Und was wäre, wenn das bei uns Menschen manchmal genau so ist und es uns in dieser schnelllebigen Zeit einfach nur an Bewusstsein dafür fehlt? Dann würden wir mit uns selbst und mit unseren Mitmenschen vielleicht manchmal weniger hart ins Gericht gehen und darauf vertrauen, dass wieder andere Zeiten kommen werden, zuversichtlich und beruhigt, dass jeder Baum auf´s Neue immer wieder seine Blüten bringen wird. Auf ein schönes Neues 2019!