Das erste Mal

Ist in jeder Hinsicht immer eine aufregende Geschichte und hat das volle Potential, in Erinnerung zu bleiben! Ja, ich sehe die ersten schon Zuhause grinsen, auf was ich nun hinaus will. Bitte einfach locker bleiben 🙂 Ich meine jene Ersterlebnisse, die man sowohl als Kind, Jugendlicher aber auch als Erwachsener sammelt. Rasseln schon die ersten Highlights eurer ersten prägendsten Male durch Euer Kopfkino? Erster Tag im Kindergarten, Schule, Arbeit, natürlich auch Freundschaft, Liebe, Freude, aber auch die erste größere Enttäuschung, Kummer, Sorge? Ob Erlebnisse oder Gefühle, manchmal ziehen unbekannte Lebenssituationen unbemerkt und spurlos an uns vorbei, während andere Situationen uns Prägen, Formen und gedanklich sowohl positiv als auch negativ uns in Erinnerung bleiben. Mit etwas Mut zur ehrlichen, selbstkritischen Reflektion lernen wir daraus, sammeln Erfahrungen und entwickeln uns weiter. Das Leben ist voller ersten Male!!!

Die kommende Woche darf ich wieder bei „Silvia kocht“ zu Gast sein. Von Montag bis Donnerstag gibt´s auf ORF 2 um 14 Uhr wieder jeden Tag zwei Rezepte & Kochideen aus der Wirtshauskuchl, Freitag geht´s auf Tour mit Silvia ins schöne Niederösterreich. Produkte wurden übrigens über die AMA-Genuss-Region von kleinen, familiengeführten Betrieben & Manufakturen zur Verfügung gestellt. Die neue Plattform bündelt Produzenten, Manufakturen und Gastrobetriebe und lädt zum Einkaufen, Genießen und Erleben ein. Es lohnt sich, einen Blick rein zu werfen.

Und nein, es war nicht mein erstes Mal mit Silvia in ihrer Küche zu kochen, sondern das erste Mal mit halb offenen (!) Haaren. Ich geb´s zu, ich bin schwach geworden beim Styling. Zuerst verbot es mir der gute Ton, dem Stylisten zu sagen, wie er seine Arbeit zu machen hat, und dann war ich so auf´s Kochen fixiert, dass ich auf die „Mähne“ vergaß… bis ich die ersten Fotos davon sah. Mein Conclusio? Es war das letzte Mal.

Die Kunst beim Warten

ist nicht die Geduld, so habe ich kürzlich wo gelesen, sondern die Fähigkeit, dabei positiv zu bleiben. Grundvoraussetzung dafür ist natürlich, dass man sein positives Gemüt dem Negativem vorzieht 😉 Warten, es gibt kaum einen anderen Zustand, der grundsätzlich nicht schmerzhaft aber zugleich sehr unangenehm ist. Also warum das Ganze nicht einmal etwas trainieren, mehr Positivity bitte! Jeder simple Gute-Laune-Ratgeber machts vor: die lange Schlange vor der Kassa, schön, Zeit für mich. Der zeitraubende Stau am Weg nach Hause? Mit der richtigen Lieblingsmusik kommt Schwung und gute Laune ins Auto. Das lahme W-Lan beim Streamen? No Problem, Stecker ziehen und raus in die Natur, morgen klappt´s wieder besser. Ja, so weit so gut, in der Praxis umsetzbar. Ich würde behaupten, das ist etwas für „Beginners“ oder „Level 0“. Dem, was wir jetzt ausgesetzt sind, hat „Advanced“ und „Expert“ übersprungen und den absoluten „Profi“ Modus erreicht. Wir warten nicht nur auf das frisch gezapfte Seiterl beim Wirt, das knusprig goldbraun gebackene, servierte (!) Schnitzerl zu Tisch, der Kunst und Kultur aufgeführt auf unseren zahlreichen Bühnen des Landes oder der ersehnten Auszeit weg von Zuhause. Wir sehnen uns nach herzliche Umarmungen und Begrüßungen, unbeschwerte Treffen, gesellige Runden in unserem Verwandten- und Freundeskreis, sowie einem normalen Arbeitsalltag fern von Masken, Abstand und Testen. Und so, wie es jetzt ist, ist das nunmal verdammt unangenehm!

Auf diesem Weg nun etwas positive Wirtshaus-News, um die Vorfreude auf´s Öffnen zu intensivieren: Wie Viele schon wissen, gestalten wir unseren Innenhof neu. Die Neugierde ist groß, da schon durchgesickert ist, dass es kein klassischer Gemma-Gams Gastro-Gastgarten wird… Wir möchten hier auch nicht genauer darauf eingehen, Schönes will selbst erlebt & gespürt werden. Nur so viel: Ca 1/6 des Daches wurde erneuert, neue Fenster eingesetzt, die Fa. Stöckler gestaltet die Fassade genauso wie unser Zimmerer, der auch für die 1/3 Überdachung des Hofes sowie die Holzterrasse verantwortlich ist. Der Steinmetz wird demnächst die Beetbegrenzungen mit Mühlviertler Granit setzen, während der 70 Jahre alte Rebstock diese Woche geliefert wird. Der Spengler bereitet das Kupfer für´s Dach vor, und unser Altholz-Tischler fertigt das große Hoftor. Die Landhausmöbel sind schon seit Wochen eingelagert in unserer Garage und die dazu passenden Leinen-Polster stehen in Schachteln bereit. Die Luster aus Murano – Glas wurden überpünktlich geliefert, was wir von unserem frei hängendem Kamin nicht behaupten können. Wir hoffen, dass die handgeschmiedeten Außenlampen keiner Verzögerung unterworfen sind. Es geht voran, es macht uns froh, und noch viel mehr, wenn wir daran denken, wenn wir dort viele schöne gemeinsame Stunden verbringen können!

Stillstand ist Rückschritt?

Ach Quatsch, nur nicht durch solche Floskeln sich verunsichern lassen. Denn Stillstand ist nicht gleich Stillstand und der Blickwinkel, aus dem man die Lage betrachtet, ist auch nicht für Jeden gleich. Von Außen betrachtet dauert die Zwangspause in der Gastronomie nun schon ziemlich lange, aber im Hintergrund bewegt sich oft mehr, als man denkt. Stille ist eine Kreativitätsquelle schlechthin, außerdem bietet sie Raum für viel Inspiration. Wer uns kennt, weiß, dass wir diesen Umstand gerne nutzen 😉 Und da es nun ja eh schon in einem OHausen geht, haben wir uns gedacht, wir setzten unser Innenhofprojekt doch etwas früher um als geplant. Wir wissen nicht, wie die aktuelle Lage sich weiter entwickelt. An ein Öffnen des Wirtshauses ist wohl vor April nicht zu denken. Aber eines wissen wir: Irgendwann wird´s wieder anders, und dann freuen wir uns, wenn unser Stätte des Arbeitens, Verweilens und Genießens mit einem wunderschönen neuen Innenhof bereichert wird.

Der Stillstand im einen Bereich unseres Lebens ermöglicht es uns, in einem Anderen nun völlig aktiv mitwirken zu können. Wir setzen uns mit dem auseinander, was uns gefällt, was praktisch umsetzbar ist und was sich in unser Verständnis ein Wirtshaus zu betreiben vereinen lässt. Unser Innenhof ist ja so etwas ähnliches wie ein Rohdiamant, der seit geraumer Zeit im Dornröschenschlaf vor sich hin schlummert. Dass wir nun so viel selbst schleifen dürfen an unserem Projekt, ist dem nun schon lange anhaltenden Gastro-Dauer-Lockdown zu verdanken. Seit Anfang Dezember bündeln wir nun unsere Ideen und geben sie an unsere Baufirmen weiter. Aktuell sind wir bei den groben Arbeiten, Fundamente, Fassade, Fenster und Dach. Im Frühling wird die Überdachung folgen, wir sind schon sehr gespannt. Wie wohl die dekorative Gestaltung aussehen wird? Gemütlich auf jeden Fall, das Meiste ist schon bestellt und ausgesucht. Auf den Insta-Stories werdet ihr gerne auf dem Laufenden gehalten.

Bis wir wieder öffnen dürfen, freuen wir uns, wenn ihr unsere „Wirtshauskuchl-To-Go“ – Küche nützt. Wir sagen DANKE für Eure Unterstützung und wir brennen schon darauf, Euch wieder im Wirtshaus bewirten zu dürfen, bleibt´s gsund!

Oh du fröhliche…

Es will nicht richtig mit der Weihnachtsstimmung. Vieles ist anders, ungewiss und unbeständig. Doch grundsätzlich gebe es als Wirtsfamilie kein besseres Jahr als heuer, sich auf Weihnachten einzustimmen. Die Tatsache, die gesamte Adventszeit einmal so nutzen zu können, wie man es sich insgeheim viele Jahre zuvor zumindest in Ansätzen gewünscht hatte, schafft doch eine perfekte Grundbedingung. Wo z´wickt´s?

An der Deko kann´s nicht liegen, sowohl im Wirthaus als auch privat sorgen Engerl, Nikolos und leuchtende Bäumchen für weihnachtliches Ambiente. Volle Keksdosen gab es heuer erstmals schon ab Ende November, und nicht erst im Last-Minute Backverfahren kurz vor dem 24igsten. Bunt gespickte Weihnachts-Playlists sorgen für ordentlich Stimmung zu jeder Gelegenheit, ob beim Kochen, Backen, Putzen oder Autofahren. Die Bildungslücke an nicht gesehenen Kinderweihnachts-Filmen ist nach unzähligen Kinoabenden mit den Kids geschlossen. Wer jetzt denkt, dass das Thema „Punsch“ noch fehlt, etwas Geduld, auch der wurde schon bei knisterndem Feuer in einer heuer überdurchschnittlichen da selbst gemachten Qualität genossen.

„Das Beste daraus machen“, es war ein guter Versuch, der ewig in Erinnerung bleiben wird, doch eines wissen wir nun auch: Uns fehlt das Feiern in unseren Stuben, das Plaudern und Lachen unserer Gäste, das bunte und oft auch hektische Treiben in unserem Wirtshaus. Es gehört einfach dazu für unser Weihnachten. Denn erst wenn es nach viel Lärm und Trubel, nach unzähligen Weihnachtsfeiern ab 23. Dezember ruhig wird, dann beginnt für uns Weihnachten, unser ganz persönliches Fest. Und so hoffen wir, dass auch Ihr in euer Fest findet und Weihnachten für Euch dann beginnt, wenn für Euch der richtige Zeitpunkt ist!

Wir sagen ganz herzlich DANKE für Eure großartige Unterstützung bei unserer „Wirtshauskuchl-to-go“ in den letzten Wochen und auch in den zukünftigen. Dank euren Zuspruch können wir zuversichtlich und sorgenfrei ins Neue Jahr blicken.

Wir wünschen Euch schöne Adventtage, ein frohes Fest an Weihnachten und einen guten Rutsch!

… sollten wir uns nicht mehr sehen. Unsere Gerichte zum Abholen bzw. die Abholtage findet ihr nach wie vor unter den Mittagsmenüs. Gerne lassen wir uns auch „verschenken“. Gutscheine für unser Wirtshaus bzw. für Kochabende auf „Rabenlehen“ können gerne im Wirtshaus an den Öffnungstagen abgeholt werden, auch nächste Woche sind wir gerne da, bitte nur vorher anrufen (07477 423 64).

Übrigens, nächste Woche ist es endlich soweit und wir sind schon sehr gespannt, wenn ich, Lydia Maderthaner am 22.12. mit Silvia Schneider bei „Silvia kocht“ auf ORF 2 um 14 Uhr koche, Wiederholung am nächsten Tag 9.30. Unser Mostbratl mit Erdapfelknödel und Bratwürstel vom Stundner Max mit Krautsalat haben ihren Auftritt. Es macht uns sehr glücklich, wenn ihr die Freude, bei dieser Show dabei sein zu dürfen, mit uns teilt!

Die Ungewissheit

ist groß, wenn der Weg im Leben sich unerwartet gabelt und man ungewollt vor der Entscheidung steht, ob man nun rechts oder links spaziert, reißaus nach hinten nimmt oder nicht einfach doch den Kopf für eine Weile in den Boden steckt. Was erwartet einen? Wird´s schwieriger, einfacher oder kommt nach der Kurve etwas Unvorhergesehenes, vielleicht sogar etwas Schönes?  Fragen über Fragen, überfordert mit der Tatsache, das sich Vieles auf der Welt nicht planen lässt. Weggabelungen des Lebens, wir sind ihnen ständig ausgesetzt, und sie könnten unterschiedlicher auf jeden Einzelnen nicht treffen. Welchen Weg hat man bis dahin bereits ohne Pause zurück gelegt? Wie viel Gepäck schleppte man, oft auch unnötig, mit sich rum? Streifte einem die Sonne übers heitere Gesicht oder peitschte einem nasskalter Wind entgegen? Wurde man dazwischen begleitet, oder hatte am Wegesrand vielleicht sogar den ein oder anderen unterstützenden Applaus ohne dass einem Steine vor die Füße geworfen wurden?

Im Wirtshaus haben wir gerade viele Weggabelungen hinter uns, und wohl auch noch vor uns… Aber auch wenn mal mehr zum Schleppen ist, das Wetter nicht mitspielt und der Pfad immer dünner und steiler wird, so können wir behaupten, dass sich das auch wieder ändern wird. Wir haben uns, damit meine ich nicht nur uns als Familie, mit Euch, unseren Gästen und unser Team, sondern uns selbst. Tief in uns eine Stimme, auf die wir hören und vertrauen können, auch wenn der Lärm in dieser Welt gerade fast unerträglich ist. Und allein diese Tatsache stimmt doch schon sehr zuversichtlich.

Übrigens, wir biegen ab, von der Lichtung in den Wald, und kochen ab morgen Wild! Mit viel Liebe, Hingabe und Leidenschaft freuen wir uns auf Euren Besuch und Leben im Wirtshaus. Wir hoffen, Euch auch in dieser turbulenten Zeit betreuen zu dürfen. G´sund bleiben!

Eine Frage des Blickwinkels

Da staunten wir nicht schlecht, als wir nach einer Wanderung durch die Ötschergräben an einem Stausee vorbei kamen, der uns an etwas erinnerte: unsere Sommerreise letztes Jahr… sind doch der Unterschied oberflächlich betrachtet von den zwei Bildern lediglich ein paar Holzboote und eine wackelige Schaukel.

20190720_105433

Doch zwischen einem Tagesausflug, und mag er noch so schön sein, und einem mit Bedacht ausgewählten Urlaubsziel, liegen emotional Welten. Was ist da in uns, was Urlaubsdestinationen so besonders macht? Welche Sehnsüchte werden da in uns geweckt? Und wieso gelingt es uns, diese in der Ferne besser zu stillen? Mit uns auf Reise, so empfinde ich es, geht auch unsere Seele. Sie erfreut sich an neuen Eindrücken, fremden Tagesablauf und an zu entdeckenden Abenteuern.  „Im Rausch der Sinne“ lässt man den Alltag viel besser hinter sich. Reisen, für Viele ein Grundrecht, ein Lebenselixier und ein Kraftquell. Doch eines kann man besonders diesen Sommer sagen: ein Privileg, welches nicht jeder Mensch auf dieser Welt besitzt.

Trotz oder eben gerade wegen der fordernden Corona-Zeit, wo unser Gasthaus geschlossen bleiben musste, haben wir beschlossen,  unseren Sommerurlaub nicht ausfallen zu lassen. Wir haben zwei kleine Kinder, die sich mächtig auf Mama und Papa ohne Arbeit freuen, außerdem möchten auch wir diese erholsame, energiespendende Zeit nicht missen.

Wir starten mit dem Urlaub am 6. Juli, er endet am 22.  Juli.

Gerne sind wir ab Donnerstag, 23. Juli wieder für Euch da. Für Reservierungen oder Anfragen bitte nützt das Formular, welches auf der Seite der „Mittagsmenüs“ zu finden ist. Telefonisch ist es zwar möglich, aber auch etwas schwierig, da wir nicht immer Zuhause sein werden. Gerne könnt ihr es probieren, aber es ist immer etwas frustrierend, wenn man niemanden am Telefon erreicht… Wir freuen uns sehr, wenn wir uns nach dem Urlaub wieder sehen! Übrigens: Es starten da auch unsere Freitägigen Grillabende, gemütlich genussvolle Stunden bei uns im Wirtshaus garantiert. Habt eine schöne Zeit!!!

Oft ist´s ein bisserl laut

auf dieser Welt. Unglaublich, wie viele Einflüsse „von Außen“ oft  und das zumeist ungefragt, auf einen einprasseln. Scheinbar ungeschützt sind wir Ebbe und Flut des Lebens ausgesetzt und nicht selten fühlt man sich da ein wenig einsam in seinem Schiffchen. Es wird ja oft behauptet, „wir sitzen alle im selben Boot“. Nunja, absaufen will man ja eh niemanden lassen, aber diese Aussage ist schon ein bisschen einengend.  Der gleiche Ozean, der je nach Wetterlage einmal mehr, einmal weniger freundlich ist, in Ordnung, aber wir alle im selben Boot? Die Einen navigieren, die Anderen rudern und Manche lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen? Das würde ja bedeuten, das man als Einzelner kaum eine Wahl hat und wenig Möglichkeit, Entscheidungen zu treffen.  Und das, wo wir Menschen unterschiedlich fühlen, empfinden und erleben? Laut ist´s oft in dieser Welt, die wir teilen. Doch die Paddel hat jeder von uns bereit, die Richtung zu ändern, in eine ruhigere Ecke zu schippern und einmal an Land anzulegen.

Die Corona-Zeit und deren Auswirkungen könnten für Jeden nicht unterschiedlicher sein. Wir sind sehr glücklich, durch diese außergewöhnliche, turbulente „Welle“ halbwegs unversehrt durchgerudert zu sein. Darüber sind wir unseren Mitarbeitern und Euch, unseren Gästen sehr dankbar!  Wir sind sehr gespannt, ob die Erfahrungen, die wir in dieser Zeit machen durften, Nachwirkungen zeigen oder ob uns der „Alltags-Rausch“ wieder schnell eingeholt hat.

Zumindest im Wirtshaus haben wir das Gefühl, dass das „Business as usual“ bis auf die größeren Feiern schon wieder fast hergestellt ist. Daher werden wir an den letzten 2 Samstagen, die wir eigentlich bis zum diesjährigen Sommerurlaub (6. bis 22. Juli) ganztägig geöffnet halten wollten, wieder zu den ursprünglichen Öffnungszeiten (9 bis 14 Uhr auslaufend) zurück kehren. Wie erwähnt, der Sommerurlaub steht an… im Bild oben übrigens ein wunderschöner Sonnenaufgang Bali 2019. Anfänglich waren wir noch etwas unsicher, ob wir uns die anberaumte Zeit im ganzen Ausmaß gönnen wollen bzw. auch können,  schließlich war der Betrieb 3 Wochen ganz still gelegt. Urlaub (und nicht Stillstand) bedeutet aber Seelennahrung, nicht nur für jeden Einzelnen, auch in der Familie und Partnerschaft. Eine unwiederbringliche Zeit, mit unserem Boot eine größere Insel der Ruhe anzusteuern, auf die wir uns sehr freuen!

Aufgsperrt is´

Lang hab ich überlegt, was ich hier über diese ganze „Corona-Zeit“ aus Sicht der Gastro so zum Besten gebe. Oft kam es mir vor, dass ein kleiner Babyelefant auf meinem Kopf herum trampelte und fröhlich posaunte „Gemeinsam schaffen wir das!“ Törrrööö, welch Freude!!! Am Ende kamen die Kopfschmerzen…

Kurzum die Erkenntnis: Er hat Recht! Voll und Ganz. Wir leben in einer wunderbaren Famile, die seit Generationen zu einem stabilen Fundament unseres Wirtshauses beigetragen haben. Wir haben das große Glück, ambitionierte MitarbeiterInnen mit tollen Charakteren in unserem Wirtshausteam zu haben. Wir schätzen es sehr, so großartige, treue (Stamm)Gäste in unserem Wirtshaus immer wieder begrüßen zu dürfen. Nur mit diesem Summenspiel können wir behaupten: Wir schaffen das. Danke, dass wir uns auf uns gegenseitig verlassen können!

Liebe Politiker und Interessensvertreter, die ihr meint, mit allerlei Programmen, Förderungen und Maßnahmen, der Gastronomie oder auch anderen betroffenen Branchen aus Handwerk oder Dienstleistung, vielen Kleinunternehmen, helfen zu können, sei gesagt: Zu dem „gemeinsam“, dass ihr so schön inszeniert habt, zählt ihr  leider (noch) nicht.

Schön, dass es wieder los geht!!! Und das Öffnen bringt auch folgende Angebote mit sich:

  • Essensabholungen sind weiter gern möglich! Die Speisenkarte und Bestellformular dazu gibt´s unter der Rubrik „Mittagsmenü“. Natürlich nehmen wir Bestellungen auch gerne telefonisch entgegen.
  • Ab Samstag, den 23. Mai, haben wir auch Samstag ganztägig bis 23 Uhr geöffnet. Küche durchgehend bis 21 Uhr. Kaffee, Kuchen und Eis am Nachmittag sind natürlich auch wie gewohnt im Angebot! Da aktuell keine Feiern/Hochzeiten mögich sind, können wir das bis voraussichtlich einschließlich 4. Juli beibehalten.
  •  Unsere Sonnenterrasse im 1. Stock wird bei Schönwetter für Getränke & Kaffee geöffntet. Verweilen, chillen, es sich gut gehen lassen. Etwas Dolce Vita mitten am Weistracher Dorfplatz!
  •  Die Nachfrage war schon öfter da, nun ist es fix im Sortiment: Frühstücken beim Wirten! Außer zu Sonn- und Feiertagen (Frühshoppen) bieten wir ab 9 Uhr kleines, feines und bodenständiges Frühstück an.

Vielen lieben Dank für eure Unterstützung, euer Kommen und eure netten Worte, es wird ein schöner, besonderer Sommer 2020 😉

 

Wie läuft´s im Wirtshaus so?

16. März war der Tag, als wir unser Wirtshaus von heute auf morgen schließen mussten. Von einer Regierung verordnet. Zwangspause. Gesundheit geht vor. Wir dachten, nach gut 3 Wochen wäre der Spuck vorbei… Gelähmt von den ersten Verstands-Reaktionen, was das für uns sowohl im Positiven als auch im Negativen bedeutet, mussten wichtige Entscheidungen getroffen werden, was den Fortbestand unseres Wirtshauses sichert. Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Der Dank in dieser Anfangszeit geht zu vollen Teilen an unsere Mitarbeiter. Mit weniger Druck und ohne bürokratische Irrwege, die leider am Ende der Durststrecke sogar unbelohnt bleiben, können wir bei einem vernünftigen, möglichst unbeschwerten Neustart handlungsfähig bleiben. Das dieser weder planbar noch kalkulierbar werden würde, war von Anfang an klar.

Lange habe ich nicht gewusst, wie ich mit dem Ganzen umgehen soll. Neue Gesetze, von Angst getränkte Prognosen, Verbote und schlimme Aussichten prallten ungebremst auf einen ein. Es ließ nicht lange auf sich warten, und verschiedene Meinungen mit unterschiedlichen Theorien machten das Chaos perfekt. Zu dem kam noch ein Überfluss an frei einteilbarer Zeit, für Gastronomen etwas ganz Außergewöhnliches. Was tun bei all der Überforderung? Kurzum: Nachrichten minimieren, putzen, zusammen räumen, sortieren, entrümpeln, was man halt in so einen großen Wirtshaus alles machen kann 😉 Herrlich für Körper, Geist und Seele. Erkenntnis am Ende? Komplette Machtlosigkeit im Äußeren. Ein Gefühl, mit dem man relativ gut umgehen lernen kann, wenn man die Ruhe im Inneren entdeckt. Dann kam die überraschende, kurzfristige Botschaft, dass Essensabholungen erlaubt sind. Ein Lichtstreif am Horizont, eine Perspektive, obwohl das Gefühl, ein Spielball von Entscheidungsträgern zu sein, nicht ganz unbegründet scheint.

Dieser Virus macht, dank vieler Maßnahmen, die wenigsten krank, doch infisziert es unser gesamtes Leben. Als Eltern und in der Familie wird einem klar, wie viel Zeit man miteinander verbringen kann und was diese für einen wert ist. Als freier Bürger wird einem plötzlich bewusst, wie sehr ein Staat auf Freiheit, Selbstbestimmtheit sowie auf soziale Kontakte sowohl in der Familie als auch im Freundes- und Bekanntenkreis plötzlich Einfluss nehmen kann. Als Mensch in der Wirtschaft wird einem klar, dass der Handlungsspielraum, in dem man sich bewegt, sehr viel unsicherer und abhängiger ist, als man es sich vorstellen mag. Und was macht es mit einem selbst? Jeder empfindet anders. Jeder fühlt anders, denkt anders und hat unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Wir haben die Komfortzone verlassen, angeblich der beste Nährboden, seinen Horizont zu erweitern…

Es ist Zeit, nochmals Danke an Alle zu sagen, die das Angebot, Essen abzuholen, so zahlreich angenommen haben. Durch Euren Beitrag sind wir zuversichtlich, auch die kommenden Wochen, die für uns wirtschaftlich sicher die spannendsten werden, zu schaffen. Herzlichen Dank für Euer Kommen, Euer Zuhören, Eure Bereitschaft, uns und die daraus resultierende Wertschöpfung in der Region zu unterstützen. Wir melden uns am 15. Mai zurück. Wir lassen uns keine Angst einjagen, und doch werden wir alle Vorkehrungen treffen, die nötig sind. Wir freuen uns auf Euch!

P.S.: Beitrag zum „Restart“ wird kommen, wir lassen uns was einfallen und bedanken uns jetzt schon für Eure Unterstützung und Reservierung 🤗

Vervierend und leer im Wirtshaus

Die Gefühle, die jeder einzelne Mensch nun wahr nimmt, könnten unterschiedlicher nicht sein. Was hat uns da erfasst? Was wirft uns da jetzt durch das Leben wie eine Flipperkugel im Automaten? „Nur“ ein Virus?

Selten werden Verstand, Geist und Seele so stark miteinander konfrontiert, und noch weniger kommt es vor, dass es vielen Menschen zum selben Zeitpunkt unterm Strich ähnlich geht. Ausnahmesituationen müssen wir ja im Laufe des Lebens persönlich immer wieder einstecken, ob Verlust, Enttäuschungen, Zweifel oder andere Sorgen. Doch noch nie wurde die Menschheit so kollektiv infiziert, im wahrsten Sinne des Wortes.

Mit dem Verstand hab ich in meinem Leben schon viele Kämpfe ausgetragen 😉 So gerne wertet er ohne zu verstehen, be(ver)urteilt, ohne zu wissen, handelt, ohne zu denken und weckt zu allem Überfluss meist alte, verwobene Gefühle aus der Vergangenheit. Panisch reagiert er, wenn er sich oder den Körper, in dem er lebt, in Gefahr sieht, sei es in materiellen oder ego-behafteten Dingen. Der Geist verhält sich da schon anders. Er nimmt wahr, beobachtet, schätzt ein, ist achtsam mit seinem Umfeld. Er plant aber sehr gerne und neigt dadurch auch zum Kontrollieren. Und was will die Seele? Verborgen schlummert sie im tiefsten Inneren des eigenen Seins, im normal hektischen Treiben des Alltags schwer hörbar. Vergleichbar mit einer zarten, kleinen Pflanze mit starken, tiefen Wurzeln, wartet sie darauf, dass man sie entdeckt. Jederzeit bereit, ihre Schönheit und Kraft zu entfalten, vorausgesetzt, man widmet ihr regelmäßig Zeit und Hingabe. Verstand, Geist und Seele, noch nie ward ihr so gefordert wie jetzt.

Kurz zu unser persönlichen Situation im Wirtshaus: Wir haben in unserer Familie keine „Risikogruppe“ und unsere Kühlhäuser sind voll.  Die Tatsache, dass nun, selbst verständlicher Weise, viele Sitzplätze frei sind und Feiern wochenlang im Voraus stoniert wurden/werden mussten, ist die größte Herausforderung. Was nun und was tun?

Unser Betrieb bleibt aktuell geschlossen.

Gemeinsam werden wir diese Zeit schaffen. Passt auf Euch und Euer älteres Umfeld auf, bleibt Zuhause wenn ihr krank seid, und wenn wir uns kommende Woche sehen, schenken wir uns gegenseitig eine kleine Auszeit!

Sollten sich aufgrund der wechselnden Lage Öffnungszeiten wieder ändern, findet Ihr aktuelle Informationen hier auf unserer Homepage.

Alles Liebe, Zusammenhalt und unter gegenseitiger Rücksichtnahme
Fam. Maderthaner und Team

Das Kostbarste,
was wir als Menschen m Leben finden können,
ist die innerliche Weite, die sich öffnet,
wenn wir an nichts denken.
Eckhart Tolle